Was ist eine Kniearthrose (Gonarthrose)?
Das Kniegelenk ist im Alltag enormen Belastungen ausgesetzt. Als natürlicher Stossdämpfer dient eine elastische Knorpelschicht. Bei einer Gonarthrose degeneriert diese Knorpelschicht im Laufe der Zeit, bis im fortgeschrittenen Stadium Löcher entstehen. Da der darunterliegende Knochen extrem druckempfindlich ist, führt der direkte Knochen-Knochen-Kontakt der Gelenkflächen zu starken Schmerzen. Die Kniearthrose ist eine degenerative Erscheinung, deren Häufigkeit mit steigendem Alter zunimmt – wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer.
Was sind typische Kniearthrose-Symptome?
- Anlaufschmerzen: Das sind Schmerzen bei den ersten Schritten nach längerem Sitzen oder Liegen.
- Bewegungseinschränkungen: Das Gelenk fühlt sich steif an.
- Gelenkveränderungen: Sichtbare Verdickungen oder entzündliche Schwellungen des Knies.
Welche Faktoren führen zu einer Kniearthrose?
- Übergewicht sowie starke Belastung im Alltag (intensiver Sport oder Handwerksberufe)
- Achsfehlstellungen der Beine (O-Beine oder X-Beine) sowie Fussfehlfunktionen (Knickfuss) oder des Knies (starke Innen- oder Aussenrotation des Ober- oder Unterschenkels).
- Frühere Verletzungen und Operationen des Knies, insbesondere der Menisken, erhöhen ebenfalls das Risiko, eine frühzeitige Gonarthrose zu entwickeln.
Wie O-Beine oder X-Beine Arthrose begünstigen
Eine amerikanische Studie mit 2600 Teilnehmenden zeigt, dass Achsfehlstellungen der Beine eng mit dem Verschleiss des Knieknorpels verknüpft sind. Eine Varusstellung (O-Beine) verlagert das Körpergewicht auf die Innenseite des Knies. Dies ist einer der primären Gründe für die Entstehung einer sogenannten medialen Gonarthrose (Verschleiss der Innenseite).
Eine Valgusstellung (X-Bein) hingegen belastet die Aussenseite (laterale Gonarthrose). Manchmal entsteht trotz X-Beinen eine Arthrose an der Innenseite des Knies. Der Grund liegt in der Biomechanik: Um die Fehlstellung oder das Einknicken des Fusses (Pronation) auszugleichen, dreht der Körper die Fussspitze des Standbeins nach innen und den Oberschenkel beim Abstossen nach aussen. Diese Rotationsbewegung erzeugt eine erhöhte Belastung und führt zu einer frühzeitigen Abnutzung des inneren Knorpels.
Der Mythos der weichen Sohle
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass bei einer Knie- oder Hüftarthrose extrem weiches Sohlenmaterial die beste Wahl sei, um Stösse zu dämpfen. Das Gegenteil ist oft der Fall: Weiche Sohlen können den Fuss destabilisieren. Liegt bereits eine Achsfehlstellung vor, wird das Gelenk dadurch noch unkontrollierter belastet.
Für eine wirksame Entlastung muss die Beinachse stabilisiert werden. Mithilfe einer professionellen Gang- und Laufanalyse bei NUMO lassen sich diese Fehlbelastungen präzise aufdecken.
Massgeschneiderte Einlagen verändern die Druckverteilung
Mit orthopädischen Einlagen kann die Kniestellung gezielt stabilisiert und die Druckverteilung im Knie verändert werden.
Bei einer Varusstellung (O-Beine) kann der Druck auf das mediale Kompartiment durch eine Erhöhung des lateralen Randes einer Schuheinlage vermindert und so das Fortschreiten der medialen Gonarthrose gebremst werden. Der Einfluss von Einlagen dieser Art auf die Kniegelenkskräfte wurde in diversen Studien des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) in Zusammenarbeit mit NUMO wissenschaftlich untersucht und bestätigt.
Bei Knick- oder Senkfüssen unterstützen passgenaue Einlagen das Längsgewölbe des Fusses, richten das Sprunggelenk auf und korrigieren so die daraus resultierende X-Beinstellung.
Prävention gegen Arthrose
Eine Fehlstellung der Beinachse verstärkt sich im Laufe der Jahre, da auch die stabilisierenden Bänder des Kniegelenks mit zunehmendem Alter erschlaffen oder überdehnt werden.
Bei Kindern und Jugendlichen: Solange die Wachstumsfugen noch offen sind, lässt sich das Wachstum der Beinachsen aktiv beeinflussen und korrigieren. Eine regelmässige Kontrolle bildet hier die beste Vorsorge.
Bei Erwachsenen: Nach Abschluss des Wachstums lässt sich die Knochenstruktur nicht mehr verändern – wohl aber die Biomechanik und die Funktion der Bewegung.
Wenn bereits eine Gonarthrose diagnostiziert wurde, bieten massgeschneiderte orthopädische Einlagen und gezielte Hilfsmittel wie Kniebandagen spürbare Linderung. Sie reduzieren die Spitzenbelastung im Alltag, regen den Stoffwechsel im Gelenk an und unterstützen dabei, schmerzfrei in Bewegung zu bleiben.
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